Diskussion Namen im Afrikanischen Viertel

Am 06. September 2016 diskutieren die Kandidaten des Wahlkreises fünf um 19 Uhr im Vereinshaus BSC Rehberge in der Afrikanischen Straße 45 über das Thema „Schwieriges Erbe, Straßennamen im Afrikanischen Viertel“. Eingeladen hat die Initiative Pro Afrikanisches Viertel kurz I.PAV.

Zur Initiative Pro Afrikanisches Viertel:

Website: www.pro-afrikanisches-viertel.de

Wichtig zu wissen ist, dass die Initiative nicht unparteiisch ist. Die drei Hauptverantwortlichen sind alle Mitglieder in der CDU und begleiten zum Teil politische Ämter. So ist Herr Ganz  seit 2011 Mitglied der CDU Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Mitte.

Worum geht es genau:

Im Zentrum der Diskussion stehen die Namen der Lüderitzstraße, der Petersalle und des Nachtigalplatzes. Die Namensgeber stehen in Verbindung mit dem Imperialismus und damit einher gehender Verbrechen an der afrikanischen Bevölkerung.

Sehr interessant ist diese interaktive Karte, welch über die Herkunft der Straßennamen aufklärt.

Die Personen (Kurzfassung):

Peters:

Mit Waffengewalt kolonialisierte Peters im Jahr 1887 Teile des heutigen Uganda und Kenias. Peters selbst wurde 1896 auf Grund seiner Vergehen (u.a. Mord) aus dem Dienst entlassen. 1939 wurde Peters durch die NS-Propaganda mit einer Straßenbenennung geehrt.

In den Städten Hannover oder Kiel wurden nach Peters benannte Straßen bereits umbenannt.

Nachtigal:

Bei der Unterwerfung der afrikanischen Völker in Südwestafrika nutze Nachtigal Kanonenboote. Der Platz wurde 1910 zum 25. Todestag nach ihm benannt.

Lüderitz:

Mit dem Mailen-Betrug erkaufte Lüderitz mehr Land als ihm zustand. Die Lüderitzstarße bekam 1902 ihren Namen.

Städte wie Dresden, Leipzig und Köln haben nach ihm benannte Straßen bereits umbenannt.

Umbenennung was heißt das?

Oft haben Anwohner Sorge auf den Kosten den Umbenennung sitzen zu bleiben. Tatsächlich übernimmt der Staat in diesem Fall die meisten Gebühren, lediglich bei der Umeldung des Autos werden elf Euro verlangt. Wir als Piratenpartei setzen uns dafür ein, dass auch diese Kosten von der Allgemeinheit übernommen werden.

Wie steht die Piratenpartei zur Umbenennung?

Die Piratenpartei ist für eine Umbenennung der Lüderitzstraße, der Petersalle und des Nachtigalplatzes.

Wir sind gegen das Verfahren der Umwidmung, da eine Ehrung der Person nicht verhindert wird.

Wir wollen das die Bürger*innen die neuen Straßennamen selber aussuchen.

 

Steht die Piratenpartei nicht für Bürgerbeteiligung? Warum können WIR nicht selber entscheiden ob die Straßen umbenannt werden sollen?

Ja die Piratenpartei steht für mehr Bürgerbeteiligung und würde diese Entscheidung den Bürger selbst überlassen. leider gibt es hierbei einige Probleme:

  • Wer ist WIR? Die Einwohner der Straße? Die Bürger*innen der Stadt Berlin? Betroffen sind vor allem die Anwohner, bezahlen tut die Stadt.
  • Dank des Wiederstandes der großen Koalition gibt es bis dato kein verbindliches Verfahren der Bürgerbeteiligung. Somit kann ein Votum der Bürger von politischen Mandatsträgern übergangen werden. Bürgerbeteiligung wird somit absurdum geführt.
  • Wie soll die Bürgerbeteiligung aussehen? Post oder Internet? Soll es eine Mindestanzahl an Beteiligung geben? Viele Fragen die nicht geklärt sind.

Bis diese Fragen geklärt sind, setzt die Piratenpartei auf ihre eigene Meinung zur Umbenennung.