Ghost in the Shell – Filmkritik

GhostintheShell-Baner

Ghost in the Shell ist mir ein Begriff: Beide Filme sowie die Serie habe ich gesehen, daher habe ich eine Vergleichsvorlage zur Realverfilmung aus dem Jahr 2017.

Wer wie ich den Anime kennt, wird bereits beim Betrachten der Trailer einige bekannte Szenen aus der Vorlage wiedererkannt haben. Es handelt sich jedoch nicht um eine Umsetzung des Originals von 1995. Der Film erzählt eine eigene Geschichte um den Cyborg Major, gespielt von Scarlett Johansson, welcher Mitglied in der Spezialeinheit Sektion 9 ist. Wie die Vorlage, spielt dieser Film im futuristischen Japan und breite Teile der Weltbevölkerung sind mit Cyborg-Verbesserungen ausgerüstet. Größter Hersteller von Cyborg-Implantaten ist das Unternehmen HANKA, das auch den Körper des Majors herstellte. Im Verlauf der Geschichte werden führende Wissenschaftler von HANKA ermordet, mit dessen Aufklärung die Sektion 9 beauftragt wird.

Fast könnte dies Geschichte als eigene Erzählung durchgehen, die sich chronologisch vor dem ersten Anime-Film ereignen könnte. Leider wird dies für Kenner des Originals durch das starke Recycling der Vorlage unterbunden. Gleichzeitig verzichtet der Film auf die philosophische Botschaft des Originals und verkommt zum puren Aktion-Spektakel ohne Mehrwert. Einige Teile der Erzählung bleiben zudem nebulös.

Die Inszenierung ist im Allgemeinen gelungen. Insbesondere die Besetzung des Majors mit Scarlett Johansson ist gut gewählt aber nicht immer ganz überzeugend gespielt. Hervorragend sind Animationen und 3D-Effekte, die das Japan der Zukunft sehr gut ins Bild setzen. Bei der musikalischen Untermalung hätte sich an der Vorlage, sprich an Kenji Kawai, orientiert werden sollen. Dessen Soundtrack kleidetet den Anime seiner Zeit in einen ganz eignen Flair. Weitere Schwächen sind die zu milde Gewaltdarstellung und das Fehlen eines gewissen Hauchs von Erotik.

Fazit: Bildlich gelungene Umsetzung, die an das Original von 1995 nicht heranreicht.

2von5Sterne